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Begegnung


Menschen gehen an mir vorüber,
Augen kreuzen meinen Blick,
unbekannt, und doch verbunden
einen kurzen Augenblick.

Könnt‘ ich durch den Schleier sehen,
der vor euren Augen hängt
und entdecken, was verborgen,
während ihr vorüberdrängt.

Ja, zuweilen ist’s ein Funke,
der verbindend überspringt
wie ein Lächeln ohne Namen,
das mir in die Seele dringt.

Und dann fühl‘ ich voller Freude:
deine Augen sind nicht blind,
auch ein kurzer Blick kann sagen,
dass wir beide Menschen sind.



Mensch – Sprache – Verstehen


In Bertold Brechts „Geschichten vom Herrn Keuner“ sagt dieser zu einem anderen:

„Wir können nicht mehr miteinander sprechen.“

„Warum?“, - fragt der andere erschrocken.

„Ich bringe in Ihrer –Gegenwart nichts vernünftiges hervor“, - beklagt Herr Keuner.

„Aber das macht doch nichts“, sucht der andere auf ihn einzugehen.

„Das glaube ich“, sagt Herr Keuner erbittert, - „aber mir macht das etwas“.

(B. Brecht, Gesammelte Werke 12, Suhrkamp
Ausgabe Frankfurt am Main 1967, S. 385)

 

Theodor Haecker sagt in seinen Tag– und Nachtbüchern:

Zueinander sprechen und sich auf diesem Wege miteinander verstehen, - das fällt nicht selbstverständlich zusammen. Im Gegenteil, - das größte Hindernis eines Gespräches ist es, dass die zueinander Sprechenden einander nicht verstehen. Die Dauer des Nichtverstehens kann zwischen Menschen bestehen, die ein Leben lang miteinander leben, - ja, Tag und Nacht unter einem Dach miteinander wohnen.

Dies gilt besonders für die Erfahrung in der Ehe, von der Friedrich Nietzsche sagt:
Vor dem Eingehen einer Ehe ist die Klärung einer Frage von entscheidender Bedeutung: Werde ich mit diesem Partner, werde ich mit diesem Mann, mit dieser Frau bis ins Alter hinein ein gutes Gespräch führen können – über Liebes und Leides, über Gemeinsames und Verschiedenes, über Schwieriges und Strittiges?

Alles andere in der Ehe ist vorübergehend, lebt aber aus diesem Gespräch, wird getragen durch dieses Gespräch.

Entscheidend ist, ob Menschen ihre eigene Begrenztheit akzeptieren und in ihr dazu reifen und fähig werden, nicht nur zueinander, sondern miteinander zu sprechen, um einander zu verstehen.

Für den Glaubenden ist dabei eine Grenze einsichtig, die auch für den Nichtglaubenden unüberschreitbar bleibt: Einen Menschen bis auf den Grund verstehen. Wenn Gott allein des Menschen Urgrund und Vollendung ist, dann kann auch nur er den Menschen bis in diese letzte Tiefe erkennen.

(Theodor Haecker, Tag- und Nachtbücher 1939 – 1945, Kösel München 1956, S. 126)Literatur: texte und impulse, Tyrolia Verlag, S. 113 ff.)



Menschenwort . Gottes Wort


Wenn alle Menschenworte dokumentiert und illustriert suggeriert und korrigiert, vorgeworfen und nachgeworfen vorgeredet und nachgeredet und am Ende bis zu Sprachlosigkeit ausgeredet sind,

- dann trifft Gottes Wort die Menschen -

heilend und befreiend, friedlich und freundlich: Wenn ihr in meinem Worte bleibt, dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

(Joh. 8,3) nach einer Inspiration von Hanns Dieter Hüsch

 

Wer ist eigentlich, - „Gott“?

 

Diese Frage stammt von Kurt Tucholsky, aber sie ist weit mehr als die Frage eines einzelnen, sie ist die ruhelose Frage des Menschen aller Zeiten.

Die Gottesfrage wird immer wieder in den Raum des Privaten zurückgedrängt, doch sie tritt immer neu in den Vordergrund als die Frage von entscheidender Bedeutung für unser Verständnis von Welt und Mensch, von Geist und Leib, von Gesellschaft und Politik.

Deswegen entspricht es ihr, sie in aller Öffentlichkeit und in aller Offenheit zu erörtern.

Sobald wir jedoch die Frage nach Gott aussprechen, stoßen wir auf eine fundamentale Schwierigkeit: Wir sagen ‚Gott‘, - aber das Wort zerbricht.

Es ist, als ob es uns anblicke, wie ein verborgenes Antlitz.

Aber gerade dadurch spiegelt es das wider, was es im tiefsten meint: Das Unsagbare, das wir dennoch aussprechen als die ruhelose Frage des Menschen, die er bejaht und verneint, sucht oder verwirft auf den Wegen und Umwegen, in den Irrungen und Wirrungen seines Lebens.

 

Auf der Suche nach Gott


Ich suche Ohren, die Gottes Schritte hören.
Ich suche Augen, die seine Spuren sehen.
Ich suche Hände, die seine Nähe spüren.

Ich suche Worte, die hohe Mauern brechen.
Ich suche Brücken, die in den Herzen ruhen.
Ich suche Dämme, die trüben Fluten trotzen.

Ich suche Brände, die in die Täler lodern.
Ich suche Glocken, die müde Schläfer wecken.
Ich suche Winde, die bitt‘re Tränen trockenen.

Ich suche Schalen, aus denen Wand‘rer trinken.
Ich suche Kerzen, die den Verirrten leuchten.
Ich suche Brot, das allen Hunger stillt.

Ich suche Glauben, dass ich dein Wort verstehe.
Ich suche Hoffnung, dass alle Angst vergeht.
Ich suche Liebe, die bis ans Ende trägt.

 

(nach Paul Roth)

 

Ruf aus dem wortlosen Schweigen

 

Wie kann ich zu dir rufen, Gott,

wenn alle Worte, die ich weiß,

gesprochen sind?

Wie kann ich dir begegnen, Gott,

wenn alle Wege, die ich kenne,

gegangen sind?

Dies ist das Geheimnis deiner Nähe:

Du begegnest mir nicht nur im Wort,

du begegnest mir auch im Schweigen.

Du begegnest mir nicht nur an heiliger Stätte,

du begegnest mir auch an Stätten,

die keinen Schutz bieten und keinen Halt.

Du begegnest mir immer dort, wo ich

geöffnet bin für dich.

Wort Gottes

 

Wort Gottes,

missachtet und geschändet

verleugnet und vergessen

verraten und verstoßen

ausgebrannt zum letzten aller Wörter,

von Menschen totgesagt,

dennoch lebendig,

Wort Gottes, -

aufleuchtend in der Finsternis,

allen Suchenden Hoffnung und Heil.

 

Gottes heilende Nähe


Geheimnisvoll ist deine Gegenwart, o Gott:

Du bist zugegen in den Höhen des Himmels,

doch sie erreichen dich nicht.

Du bist zugegen in den Tiefen der Wasser,

doch sie ergründen dich nicht.

Du bist zugegen in den Wegen der Menschen,

doch sie begreifen dich nicht.

Ferne bist du, - wo immer wir dich suchen.

Nähe bist du, - wo immer du dich ahnen.

Wunder bist du, - wo immer wir dich spüren.

Unser Suchen und Tasten,
unser Forschen und Streben
vermag dich nicht zu erfassen.

Dir nahet nur der Glaube, die Hoffnung und die Liebe.


Gottes Wort - des Menschen Hoffnung


Du bist vorbeigegangen,

bei Nacht ein Feuerschein,

prägst deines Namens Hoffnung

als Zukunft in uns ein.

Es hängt um diese Erde

zerrissen ganz Dein Wort,

wir sind von Dir bezeichnet,

wir leben in Dir fort.

 

Du bist vorbeigegangen,

zugleich bekannt und fremd,

ein Teil aus uns’rem Dasein,

ein Licht, das in uns brennt.

Dein Wort ist unser Leben,

Dein Licht ist wie der Tag:

Ich hoffe Dir entgegen,

solang ich leben mag

Gottes Schritte


Ich suche Ohren, die Gottes Schritte hören.
Ich suche Augen, die seine Spuren sehen.
Ich suche Hände, die seine Nähe spüren.

Ich suche Worte, die hohe Mauern brechen.
Ich suche Brücken, die in den Herzen ruhen.
Ich suche Dämme, die trüben Fluten trotzen.

Ich suche Brände, die in den Tälern lodern.
Ich suche Glocken, die müde Schläfer wecken.
Ich suche Winde, die bittere Tränen trockenen.

Ich suche Schalen, aus denen Wanderer trinken.
Ich suche Kerzen, die den Verirrten leuchten.
Ich suche Brot, das allen Hunger stillt.

Ich suche Glauben, dass ich dein Wort verstehe.
Ich suche Hoffnung, dass alle Angst vergeht.
Ich suche Liebe, die bis ans Ende trägt.


Name aus Freud und Leid


Ich schrieb den Namen aus Freud und Leid

in den Schatten der uralten Bäume

in das Rauschen von Meer und Wind

Die mich steinigten, sind nicht mehr

aus ihren Steinen wuchs ein Brunnen,

zu dem die Menschen kommen -

mit Augen aus der Dämmerung,

mit Haaren voll von Wind.

Schwalben über den Wassern

trinken den Strom der Luft,

suchen das Leben im Fluge,

gleitend über das Meer.

Rauschendes Meer, sing uns dein Lied

früh, wenn der Morgen tagt,

spät, wenn die Sterne leuchten,

tief, im Dunkel der Nacht.

Auf den Feldern des Lebens

Menschen in Sonne und Winde,

suchende, hoffende Menschen,

die auf der Erde sind.



 

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Rufen Sie bitte an:

Pater
Siegfried Feige SJ

Beim Schlump 56
20144 Hamburg

Telefon:
040 410 55 61

Fax:
040 411 720 14

 

Terminabsprache
Di. bis Fr.
20 - 21 Uhr


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